Kleine, geile Firmen #29 – SPIELENTWICKLER KLANG GAMES

Die Isländer Oddur, Ivar und Mundi sind vor zwei Jahren nach Berlin gekommen, um ihre Spielentwickler-Firma KLANG GAMES zu gründen. Gerade haben sie ihr erstes Spiel “ReRunners” fertiggestellt, das in 2D und im Retro-Look daherkommt. Wir finden das Design super und den Ansatz der Jungs spannend, sich erstmal auf Smartphone- und Tabletspiele zu konzentrieren. Grund genug, KLANG GAMES zu einer “kleinen, geilen Firma” zu küren und sie mal in ihrem Büro am Oranienplatz zu besuchen. Dieser Beitrag ist in Kooperation mit Vodafone entstanden.

Was macht ihr bei KLANG GAMES ganz genau?
Kurz gesagt, machen wir mobile Spiele, die spannend und unterhaltsam sind und gleichzeitig die soziale Interaktion und das “Community Building” fördern.

Was macht ihr bei KLANG GAMES ganz genau nicht?
Wir machen keine Spiele, die Leute ausschließen. Wir wollen, dass Spieler aller Altersstufen Spaß an unseren Spielen haben.

Was habt ihr davor gemacht?
Wir kommen ursprünglich aus Reykjavík, Oddur und Ivar haben schon bei einer Spielentwicklerfirma in Island zusammengearbeitet. Mundi hat alles Mögliche gemacht. Angefangen mit Modedesign, Grafikdesign, Kurzfilmregie, Malen, Performance-Kunst.

Warum seid ihr ausgerechnet nach Berlin gekommen, um KLANG GAMES zu gründen?
Wir hatten alle das Bedürfnis, etwas Neues zu sehen und zu erleben, – und genug von Island. Ivar hatte deshalb schon einige Zeit in Shanghai gearbeitet, aber trotzdem das Gefühl gehabt, doch woanders hin zu müssen. Also haben wir uns zu dritt hingesetzt und schlichtweg die Vor- und Nachteile verschiedener Städte angeguckt. Am Ende haben wir uns für Berlin entschieden, weil uns die Stadt allgemein gefällt, aber auch weil sie ein guter Ausgangspunkt für Start-ups ist. Zudem liegt Berlin relativ “zentral” auf der Welt. Als wir 2013 hierher gekommen sind, war das ein kompletter Neustart für uns. Wir hatten nichts dabei, außer unserer Idee für ein bestimmtes Videospiel.

Mittlerweile habt ihr euer erstes Spiel ReRunners in einer Beta-Version herausgebraucht. Worum geht’s da?
Es ist im Grunde ein Jump-and-Run-Spiel in 2D, bei dem man versucht, besonders schnell zu sein. Jeder kann seinen eigenen Avatar erstellen. Es ist ein Multiplayer-Spiel, das heißt, man kann es allein oder mit Freunden spielen oder gegen Leute weltweit antreten. Dieser soziale Aspekt war uns sehr wichtig.

Warum ist das Spiel erstmal nur in der Beta-Version erschienen?
Die Beta-Version ermöglicht es uns, erstmal Feedback zu dem Spiel zu bekommen und Bugs zu entfernen. Wer es jetzt schon spielen möchte, kann sich dafür online anmelden. Sobald die Beta-Phase beendet ist, verbessern wir noch all das, was jetzt noch nicht so richtig läuft. Im Herbst kommt dann die richtige, finale Version von ReRunners für iOs und Android auf den Markt.

Wie viel wird das Spiel kosten?
Das Spiel an sich ist kostenlos. Da es ein Multiplayer-Spiel ist, wollten wir, dass jeder, der möchte, die Möglichkeit hat, es sofort zu spielen, ohne erst dafür zahlen zu müssen.

Wie verdient ihr dann daran?
Wir überlassen es den Spielern, für das Spiel zu zahlen, wenn sie möchten. Wenn jemand das Spiel richtig gut findet, wird er das wahrscheinlich auch tun.

Euer Spiel sieht ziemlich retro aus. Warum habt ihr euch dafür entschieden?
Zum einen gefällt uns der Look von alten Videospielen unglaublich gut, zum anderen ist es natürlich auch nochmal komplizierter, Spiele in 3D zu produzieren. Außerdem sehen 3D-Spiele von 2015 in ein paar Jahren schon wieder veraltet aus. Retro bleibt dagegen immer retro – und ist dadurch zeitlos.

Wenn ihr die ganze Zeit daran arbeitet, Spiele zu entwickeln: Spielt ihr in eurer Freizeit eigentlich auch immer noch Videospiele?
Ja, aber nicht unser eigenes Spiel, weil wir da einfach zu viel über den Entstehungsprozess wissen. Da kann man nicht wirklich abschalten und sieht die ganze Zeit, was noch verbessert werden könnte. Das ist wahrscheinlich ähnlich, wie wenn man in der Filmindustrie arbeitet. Da kann man sich keinen Film angucken, ohne sich zu fragen: Wie haben die das gemacht? Und wie haben die das hinbekommen?

Als ihr eure Firma gegründet habt: Was lief nicht so, wie erwartet?
Die Sprachbarriere war wohl unser größtes Problem. Es ist gar nicht so einfach, eine Firma in einem Land aufzubauen, in dem man die Landessprache nicht spricht und nur ein paar Wörter versteht. Unser Anwalt hat uns da ausgeholfen.

Wie habt ihr euch am Anfang finanziert?
Wir hatten Leute, die in uns investiert haben, Freunde, Familie. Und wir sind immer noch abhängig von Investoren. Jetzt hatten wir gerade das Glück, dass ein größeres Unternehmen in uns investiert hat, damit sind wir erstmal abgesichert.

Aber verdient ihr auch schon etwas an eurer Firma?
Noch nicht, aber sobald unser Spiel ReRunners auf dem Markt zu haben ist und Leute dafür zahlen.

Wenn ich mich so in eurem Büro umschaue, seid ihr schon ziemlich viele Leute, ihr habt sogar eine Praktikantin und seht eigentlich nicht mehr nach Start-up aus.
Ja, das stimmt. Aber als wir unsere Firma gegründet haben, haben wir noch in Airbnb-Wohnungen geschlafen und gearbeitet. Bis hierhin war es ein langer Prozess.

Wer ist euer Mitarbeiter des Monats?

Unsere Praktikantin Helga, auch Isländerin und die einzige Dame im Büro.

Wie fühlt es sich an, plötzlich nicht nur eine eigene Firma zu haben, sondern auch Mitarbeiter? Was musstet ihr da erst lernen?
Da wir vorher schon bei einer anderen Firma gearbeitet haben, die Spiele entwickelt, wussten wir in etwa, wie so ein Unternehmen läuft. Aber natürlich ist es gar nicht so einfach, ein Unternehmen zu führen, gerade wenn es so jung ist und man nicht nicht weiß, ob es die Firma morgen noch gibt. Man muss auf jeden Fall an seinen Plan glauben und dieses Gefühl auch den Angestellten vermitteln. Wenn du selbst nicht an das glaubst, was du da machst, dann merken das die Mitarbeiter sofort.

Wie sieht die Arbeitsteilung bei euch dreien aus?
Oddur kümert sich um die Umsetzung aller technischen Aspekte der virtuellen Welten, die KLANG kreiiert. Ivars und Mundi kümmern sich um den einzigartigen Look und das Gefühl der KLANG-Produkte. Es ist ein bisschen wie bei einer Band: Wir sind wie drei unterschiedliche Instrumente, die zusammen gut klingen.

Was ist euer wichtigstes Arbeitsutensil?

Ohne Post-its läuft bei uns nichts. Wir sind eben doch ein Start-up.

Last but not least: Welche wichtige Lektion habt ihr letzten Monat gelernt?
Dass wir dringend eine Klimaanlage im Büro bräuchten, um Berlins heißen Sommermonaten zu trotzen.

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